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Lara Stanic


wahnwitz

TypeStage performance
PerformancesDienstag, 3. September
„Spielfeld Münster“
17.15 Uhr Münster
Eröffnung Musikfestival Bern 2013
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Donnerstag, 5. September
„Windspiel"
17.00 Uhr Waldau Schweizerisches Psychiatrie-Museum
Vernissage der Ausstellung Wie man sich vom inneren Zwang befreit
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Freitag, 6. September
„Klangflug Dampfzentrale“
15.00 Uhr Dampfzentrale
Eröffnung Tonkünstlerfest des Schweizerischen Tonkünstlervereins
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Samstag, 7. September
„Open Air“
19.00 Uhr Stadttheater
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Montag, 9. September
„Hoch hinaus“ Version für Dampfzentrale
19.30 Uhr Dampfzentrale
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Mittwoch, 11. September
19.30 Uhr PROGR Aula
„Alle Performances – WahnWitz“
DescriptionAls Artist in Residence "begleite" ich das Musikfestival Bern mit sechs Performances. Dabei gehe auf verschiedene Festival - Spielorte ein.
www.musikfestivalbern.ch
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„Spielfeld Münster“
Di 3. September 17.15 Uhr Berner Münster
Die Performance „Spielfeld Münster“ ist der wahnwitzige Versuch, von den Tönen, die der Kirchenraum hervorbringt, zu Kirchenmusik zu gelangen. Ich begehe den Kirchenraum in einem mit Lautsprechern bestückten Frack. In der Kirche sind offene Mikrofone platziert, die mit meinem Kos- tüm verbunden sind. Ich schreite zwischen den Mikrofonen den Weg zum Altar ab, dadurch entstehen im Kirchenraum Rückkopplungen. Deren Fre- quenzen verändern sich durch mein Gehen. Der Kirchenraum wird zum Instrument, die Raumfrequenzen schaukeln sich selber hoch. Im Lauf der Performance greifen die „wilden“ Frequenzen der Kirche und die „reine“ (Kirchen-)Musik zunehmend ineinander. Im besten Fall kadenzieren die Rückkopplungen in die Harmonien des Chorals 123a von Johann Sebastian Bach „Heilig, Heilig“.

„Windspiel“ Version für das Psychiatriemuseum Bern
Do 5. September 17.00 Uhr Schweizerisches Psychiatrie-Museum
„Windspiel“ ist eine Performance, die in eine Klanginstallation übergeht. Dem Dachstock des Psychiatrie-Museums möchte ich mittels Elektronik Leben „einhauchen“: Pendelnde Lautsprecher, Notenblätter, ratternde Pro- peller und pfeifende Windgeräusche sollen den Raum erfüllen. Auf der
Querflöte spiele ich verschiedene Geräusche und nehme diese auf. Die Klänge werden über vier kleine Lautsprecher, die von der Decke hängen, wiedergegeben. An den Lausprecherkabeln befestige ich Notenblätter. Neben jedem Lautsprecher platziere ich einen Propeller. Dann positioniere ich unter jedem Lautsprecher ein Mikrofon. Über Audioimpulse zwischen den Mikrofonen und Lautsprechern wird die Drehgeschwindigkeit der Propeller gesteuert. Die Lautsprecher fangen an, über den Mikrofonen zu pendeln. Notenblätter dienen dabei als Segel. Die Installation spielt „von alleine“ wie ein Perpetuum mobile.

„Klangflug“ Version für Tonkünslerfest
Fr 6. September 15.00 Uhr Dampfzentrale Bern
Zur Eröffnung des Tonkünstlerfestes möchte ich Lautsprecher festlich zum Abfliegen bringen. An grossen, farbigen Helium-Ballons befestige ich vier Lautsprecher. Unter Zuckerhaufen werden sie am Boden gehalten. Auf der Querflöte und mit Unterstützung von Live-Elektronik versuche ich, den Klang von startenden Flugzeugmotoren zu imitieren. Mit den aufsteigen- den Klängen beschwöre ich die Lautsprecher abzufliegen. Ich spiele, bis sich die Lausprecher dank der vibrierenden Lautsprechermembrane von den Zuckerhaufen befreit haben und an den Ballonen in die Höhe steigen.
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„Open Air“
Sa 7. September 19.00 Uhr Stadttheater Bern
In der Performance „Open Air“ versuche ich, drei Stimmen der e-Moll- Sonate von Johann Sebastian Bach in das richtige Tonhöhen-Verhältnis zueinander zu bringen. An den Armen und am Bauch montiere ich je einen Lautsprecher, aus dem jeweils eine Stimme – Flöte, Cembalo oder Cello – klingt. Die Audioaufnahme ist am Anfang der Performance ganz tief transponiert, sodass nur ein tiefes Brummen zu hören ist. Durch das Ba- lancieren des Körpers bzw. durch Nähe und Distanz zu den Mikrofonen versuche ich, die einzelnen Stimmen in die richtige Tonhöhe zu bringen. Eine weitere Aufgabe besteht darin, mittels Audiosteuerung drei kleine Propeller in Gang zu setzen. Der Titel „Open Air“ ist als offenes musikali- sches Spiel gedacht. „Air“ steht für die Luft, die über Propeller, aber auch über Schallwellen in Bewegung gesetzt wird.

„Hoch hinaus“ Version für Dampfzentrale
Mo. 9. September 19.30 Uhr Dampfzentrale
„Hoch Hinaus“ ist eine kurze Performance, in der Flötenmusik Alarm schlägt und mit einem Atemhauch zum Schweigen gebracht wird.
Ich stehe neben einem Hornlautsprecher und spiele auf der Querflöte eine Melodie aus der Balletmusik „Orpheus und Eurydike“ von Christoph Wil- libald Gluck. Die Melodie wird in Echtzeit aufgenommen und über den Hornlautsprecher wiedergegeben. Die Aufnahme wird lauter und „schluckt“ allmählich mein Querflötenspiel. Ich lege die Flöte weg und versuche, mit meinem Atem die aufgenommene Musik zu verändern. Durch die Intensität des Atems wird die Flötenmelodie allmählich zum Alarm.

„Alle Performances – WahnWitz“
Mi 11. September 19.30 Uhr PROGR, Aula
In der Aula PROGR möchte ich fünf Arbeiten in einer einstündigen Per- formance miteinander verbinden. Die musikalischen, räumlichen und technischen Zusammenhänge zwischen ihnen werden sicht- und hörbar. In meinen Arbeiten spielt Technik (Live-Elektronik) und selbstgebaute Elektronik häufig eine wichtige – und witzige – Rolle. Es sind Versuche, der „mächtigen“ Technik poetische, verspielte Wirkungen abzugewinnen. Luft und Atem als Klangerzeuger und Klangträger sind dabei oft das The- ma. Dabei bringe ich meine Erfahrungen vom Spiel auf der Querflöte ins Spiel mit der Technik mit ein. Das Spiel ist einerseits als musikalisches Spiel bzw. Musizieren und andererseits als spielerischer Versuch gemeint.

Bild 1: WahnWitz.6 Bild 2: WahnWitz.6 Bild 3: WahnWitz.6 
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